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Rizomania erkennen

Rizomania kann während der Vegetationsperiode anhand unterschiedlicher Symptome an Einzelpflanzen und im Bestand festgestellt werden.

Aber auch nach der Ernte kann anhand der Qualitätsanalysen der Einzellieferungen auf einen Befall geschlossen werden. Liegt ein Verdacht vor, sollte ein eindeutiger Nachweis durch eine Laboranalyse erfolgen.

 

Symptome am Blatt

Das primäre Schadbild, das dem Erreger der Krankheit den Namen „Aderngelbfleckigkeitsvirus“ (engl.: beet necrotic yellow vein virus BNYVV) gab, – auffällig gelbe Chlorosen entlang der Blattadern – ist nur selten und nur an Einzelpflanzen zu beobachten und eine Folge der systemischen Infektion durch das Virus.

 

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 Aderngelbfleckigkeit durch Rizomania-Befall

 

Im Verlauf der Vegetationsperiode treten im Bestand unter hohem Befallsdruck zahlreiche Blatt- und Wurzelsymptome auf, die auf Störungen in der Nährstoffversorgung (Stickstoff, Bor, Mangan) sowie im Wasserhaushalt schließen lassen. Typische Symptome im Blattbereich der Zuckerrübe sind nesterweise Aufhellungen im Bestand.

 

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Nesterweise Aufhellungen im Bestand durch Rizomania-Befall

 

Bei trockener Witterung können gelegentlich Welkeerscheinungen der Pflanzen trotz ausreichender Bodenfeuchtigkeit im Bestand beobachtet werden, ähnlich wie bei Nematodenbefall.

 

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Welkesymptome im Bestand

 

Einzelpflanzen mit Blattaufhellungen, langen Blattstielen und unnatürlich schmalen Blattspreiten geben ebenfalls Hinweise auf Befall mit Rizomania.

 

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Durch Rizomaniabefall veränderter Blattapparat an Einzelpflanzen

 

 

Symptome am Rübenkörper

Zu den Hauptsymptomen am Rübenkörper zählt die so genannte „Wurzelbärtigkeit“, die der Krankheit den Namen gab. Die Ausbildung eines Wurzelbartes erfolgt aufgrund von fortlaufender Zerstörung und Neuausbildung der Seitenwurzeln. Auch rechtwinklig vom Rübenkörper abstehende Seitenwurzeln und starke Beinigkeit können durch Rizomania verursacht werden. Weitere typische Symptome im Wurzelbereich sind Kümmerwuchs der Pflanzen, vor allem bei Frühbefall, sowie eine oft runde, kugelige Form des Rübenkörpers.

 

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Wurzelbart und Einschnürung des Rübenkörpers durch Rizomania

 

Nach Anschneiden des unteren Teils der Pfahlwurzel können Verbräunungen der Gefäßbündelringe zu beobachten sein. Gelegentlich sind diese mit Fäulniserscheinungen verbunden, die durch Sekundärerreger hervorgerufen werden. Dieses Symptom kann auch durch Bor- oder Calciummangel hervorgerufen werden. Bei ausreichender Nährstoffversorgung kann mit relativ hoher Sicherheit auf Rizomaniabefall geschlossen werden. Dieses Symptom ist jedoch meist erst bei relativ starkem Befall zu beobachten.

 

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Wurzelanschnitt, Verbräunung der Gefäßbündelringe

 

Symptome eines Rizomania-Befalls können ab dem Reihenschluss bis zur Ernte auftreten. Nur im Extremfall sterben frühzeitig infizierte Pflanzen bereits im Jugendstadium ab. Bei mittlerem bis starkem Befall sind die Symptome oft ab August relativ deutlich zu erkennen, bei leichtem Befall bleiben sie meist unspezifisch.

Von einem begründeten Verdacht auf Rizomania kann ausgegangen werden, wenn mehrere der typischen Krankheitsbilder zu beobachten sind oder andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Ist ein Rizomania-Verdacht vorhanden, sollte ein eindeutiger Nachweis durch eine Laboranalyse erfolgen. Bei Flächen, die auch mit Nematoden befallen sind, sollte eine Laboranalyse verdächtiger Pflanzen durchgeführt werden, da Nematoden und Rizomania ähnliche Symptome hervorrufen können.


 
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