KWS
   
 

Blind- oder Weichwanzen

(Miridae)

Blind- oder Weichwanzen

Schadbild der Wanze

 

Biologie

  • Familie: Blind- oder Weichwanzen (rübenschädlich)
  • zwischen 5,4mm – 7mm lang, grau bis grünlich-braune Färbung auch schlank, unifarben hellgrün, grünlich-graue (teils auch bräunliche) Deckflügel, manche sind stark behaart. Unterscheidung meist durch Schildchen z.B. 2 dunkle Flecken auf Schildchen, weißumrandetes Schildchen, weißes Schildchen
  • überwintert überwiegend in der Bodenstreu als ausgewachsenes Tier an Feld- und Waldrändern, auf Ödland und in Hecken
  • wandern unmittelbar in Kulturpflanzenbestände ein (Grüne Futterwanze siedelt über beflügelte Formen ein)
  • erste Eiablage ins Pflanzengewebe, zwischen Mai und Juli, nach ca. 6 Wochen ist bei den meisten Wanzen das Larvenstadium abgeschlossen
  • 2. Generation (überwinternde) erscheint ab September

 

Vorkommen und Bedeutung

  • aufgrund vielseitiger Nahrungswahl weit verbreitet
  • Europa, Nordafrika, Vorderer Orient
  • stärkere Schäden örtlich nur an Feldrändern
  • kann Bakterium (Corynebacterium sepedonicum) übertragen

 

Blind- oder Weichwanzen

Wanzenstich auf Blattrückseite

 

Wirtspflanzen

  • Obstbäume, Beerensträucher, Zuckerrüben, Kartoffeln, Tomaten, Bohnen, Hopfen, Flachs, Kohl, Karotten, Senf, Erdbeeren, Getreide, Mais, Gräser, Sellerie, Rettich, Luzerne, Raps, Tabak, Wildkräuter

 

Schadbild

  • Befallszugriff von Überwinterungsplätzen, Wald- und Feldränder
  • Junge befallene Rüben können absterben (typisch Trübe Feldwanze, Gemeine Wiesenwanze)
  • Toxisch wirkender Speichel (wird bei Anstich übertragen)
  • Auf Blattunterseite erkennt man charakteristisch, nekrotische Einstichstellen
  • Oberhalb vergilbt das Blatt gelblich, beginnend in der Spitze
  • Ältere Blätter zeigen Verkrümmungen, Auftreibungen und Risse

 

Verwechslungsmöglichkeit

  • Symptome werden häufig mit Milder Vergilbung (BMYV) verwechselt, doch erscheint letzteres mehr orangefarben
  • Wuchsstoffschaden, Kartoffelwanze

 

Blind- oder Weichwanzen

Gelbe Blattspitze, verursacht durch Wanzenspeichel
 
 
Natürliche Feinde
  • Spinnen, Vögel, Raubwanzen, Parasitoide, Nematoden und Pilze u.a.

 

Bekämpfungsmaßnahmen

  • Behandlungen sind unüblich
  • In vielen Pflanzenschutzmitteln sind Wirkstoffe zur Bekämpfung vorhanden
  • Wirkungsvolle vorbeugende Maßnahmen sind nicht bekannt

Blind- oder Weichwanzen

Gelbe Blattspitze, verkrüppelt durch Wanze

 
KWS