KWS
   
 

Aussaat

1. Aussaatzeitpunkt

Saatzeit:

  • warme, gut abgetrocknete, tragfähige Böden
  • Bodentemperatur 8 – 10°C
  • in normalen Jahren ab Anfang April bis Mitte Mai

 

Auswirkungen einer frühen Aussaat bzw. bei kalter Witterung / kaltem Boden:

  • verlangsamte Keimung
  • langsamer Aufgang
  • Schwächung des Keimlings
  • Reduzierung des Beizschutzes
  • verlangsamtes Wurzelwachstum
  • verringerte Nährstoffaufnahme

 

Auswirkung einer zu späten Aussaat:

  • warmer Boden: Rasche Keimung und Jugendentwicklung
  • Verlust von Vegetationszeit und Ertrag
  • Langtagseinfluss: Auf den Einfluss der längeren Tage reagiert der Mais mit einem verstärkten Längenwachstum und einem dadurch bedingten höheren Kolbenansatz. Das gesteigerte Längenwachstum bedeutet jedoch keine Erhöhung der Trockenmasseerträge sondern vergrößert die Gefahr von Lager.

 

2. Ablagetiefe

Die Ablagetiefe sollte so gewählt werden, dass das Saatgut in den feuchten Bodenhorizont gelegt wird. Der kapillare Wasseranschluss muss in jedem Fall gewährleistet sein. Nur dann kann das zur Quellung notwendige Wasser aufgenommen werden und ein hoher Feldaufgang erreicht werden.

Als Faustzahl sind bei schweren Böden 3 – 4 cm anzustreben, bei leichteren Böden 5 – 6 cm. Eine tiefere Ablage (7 – 8 cm) sichert vor allem in trockenen Jahren die notwendige Verfügbarkeit von Wasser.

Im Falle eines frühen Aussaattermins bietet sich eine tendenziell flachere Ablage an, da in der Regel genügend Feuchtigkeit im Oberboden vorhanden ist und die Wärme der begrenzende Faktor ist.

Bei späterer Aussaat ist der Boden bereits deutlich besser erwärmt und Wasser wird zum begrenzenden Faktor. Deshalb ist eine tiefere Ablage anzustreben.

 

Schematische Darstellung der Saatgutablager

 

Schematische Darstellung der Saatgutablage

(Quelle: eigene Darstellung)

 

3. Unterfußdüngung

Die Unterfußdüngung ermöglicht die Bereitstellung schnell pflanzenverfügbarer Nährstoffe in direkter räumlicher Nähe zur jungen Maispflanze. Dadurch wird die Gefahr von Mangelsituationen im Frühjahr reduziert, die Entwicklung der Pflanze erfolgt in der Regel ungehindert.

Mais weist in der Jugendentwicklung besonders unter kalten Bedingungen ein schlechtes Phosphataneignungsvermögen auf. Trotz des geringen Bedarfs in der Jugendentwicklung darf es zu keiner Unterversorgung kommen. Eine ausreichende Phosphat-Versorgung ist am besten durch eine Unterfußdüngung zusammen mit einer Startstickstoffgabe (in Form von Ammonium) zu erreichen.

 

Folgende Gesichtspunkte sind bei der Unterfußdüngung zu beachten:

  • Der Düngebedarf nimmt mit steigender Bodenversorgung ab.
  • Auf leichten, humusarmen Sandböden ist der Bedarf wegen des schlechteren Nährstofftransformationsvermögens tendenziell höher als bei Böden mit höheren Tongehalten.
  • Für eine gute Verfügbarkeit des Bodenphosphates ist es wichtig, dass die Bodenstruktur und der pH-Wert in Ordnung sind.
  • Eine gewisse N-Gabe über den Unterfußdünger ist sinnvoll, um besonders in regenreichen Frühjahren die N-Versorgung der jungen Maispflanzen zu sichern. In der Regel reichen 15 bis 30 kg/ha N. Dieser Stickstoff ist bei der Kalkulation des N-Düngebedarfes zu berücksichtigen.
  • N muss in Form von Ammonium vorliegen.
  • Kein Chlorid oder Carbonat in die Unterfußdüngung.

Die positive Beeinflussung der Bestandesentwicklung durch eine Unterfußdüngung kann sich rasch ins Gegenteil verkehren, wenn die Düngerschare nicht ordnungsgemäß eingestellt sind. Das Düngerband muss 5 cm neben und 5 cm unterhalb der Saatkörner abgelegt werden, damit keine Salzschäden am Keimling auftreten.

 

Ideale räumliche Platzierung des Düngers

Ideale Räumliche Platzierung des Düngers

 

4. Wahl des Reihenabstandes

Die Einzelkornsaat mit einem Reihenabstand von 75 cm ist in Österreich Standard und hat sich über Jahre etabliert. Eine Verringerung des üblichen Reihenabstandes bei der Einzelkornsaat von 75 cm auf 45 bzw. 37,5 cm (Engstandsaat) bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich.

 

Vorteile der Engstandsaat:

  • schnellerer Reihenschluss
  • geringere Erosionsgefahr
  • geringere Spätverunkrautung
  • Verringerung der Verdunstung
  • gleichmäßigere räumliche Nährstoffaufnahme
  • geringere Rest-Nmin-Gehalte

 

Nachteile der Engstandsaat:

  • höhere Investitionskosten
  • höherer Verschleiß = > höhere Bestellkosten (ca. 20 %)
  • schlechtere Belichtung für Kolben und Blätter
  • erschwerte Körnermaisernte
  • Nutzungsänderung von Silo- zu Körnermais schwierig

 

Eine Drillsaat mit der herkömmlichen Getreidedrilltechnik kann derzeit einige wichtige Anforderungen des Mais nicht vollkommen erfüllen. Wesentliche Anforderungen nach einer Applizierung von Unterfußdünger, einer ausreichend tiefen Ablage, einer Rückverfestigung des Saathorizontes, geringe Aussaatmengen und der Einzelkornablage können nicht zur Gänze eingehalten werden. Vor allem die unterschiedliche Standraumverteilung kann der Mais durch das fehlende Bestockungsvermögen nicht wie Getreide kompensieren.

 

5. Bestandesdichte

Die Anzahl der Pflanzen pro Flächeneinheit ist eine der entscheidenden Steuermöglichkeiten, das genetische Potenzial einer Sorte unter den gegebenen spezifischen Standortbedingungen auszuschöpfen.

Abhängig von der langjährigen Wasserversorgung des Standortes, der Reifezahl und dem Sortentyp reicht die Spanne der empfohlenen Bestandesdichten von 6 bis 12 Pflanzen/m². Eine Unterscheidung der verschiedenen Nutzungsrichtungen bei der Bestandesdichtenempfehlung wird zunehmend unbedeutend, da auch zur Erzielung einer hohen Silomaisqualität ein hoher Kornertrag erreicht werden sollte.

 

Reifegruppe

Wasserversorgung

gut

Wassermangel

früh (bis 220) 10-12 Pfl./qm 7-9 Pfl./qm
mittelfrüh (230-250) 9-10 Pfl./qm 6-8 Pfl./qm
mittelspät (260-290) 8-9 Pfl./qm 6-7 Pfl./qm
spät (über 300) 8 Pfl./qm 6-7 Pfl./qm

 

Die Wahl der Bestandesdichte muss sich in erster Linie an den langjährigen Standortbedingungen und nicht an den Erfahrungen aus Spitzenjahren orientieren. Die Witterung des Anbaujahres hat immer einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe des Ertragsniveaus. Unter Dürrestress ist das Risiko einer Missernte bei sehr dichten Beständen besonders hoch.

Auskunft zur idealen Bestandesdichte für Ihre KWS Maissorte erhalten Sie in den entsprechenden Sortenfaltblättern, im Internet oder bei Ihren regionalen KWS Beratern.

 

6. Saatgutbedarf

Aus der Bestandesdichte (Pflanzen/m²) kann direkt die Aussaatstärke (Körner/m²) berechnet werden. Die Aussaatstärke ist stets größer als die Zielzahl der gewünschten Pflanzen. Im Allgemeinen kann von einem Feldaufgang von 95 % ausgegangen werden.

 

Körner pro m² = (Pflanzen pro m² / Feldaufgang) x 100

 

Pflanzen pro m² Körner pro m² 75 cm Ablage 37,5 cm Ablage Einheiten pro ha
6 6,3 21,1 42,2 1,26
6,5 6,8 19,5 39,0 1,37
7 7,4 18,1 36,2 1,47
7,5 7,9 16,9 33,8 1,58
8 8,4 15,8 31,7 1,68
8,5 8,9 14,9 29,8 1,79
9 9,5 14,1 28,1 1,89
9,5 10,0 13,3 26,7 2,00
10 10,5 12,7 25,3 2,11
10,5 11,1 12,1 24,1 2,21
11 11,6 11,5 23,0 2,32
11,5 12,1 11,0 22,0 2,42
12 12,6 10,6 21,1 2,53

 

Bei früher Aussaat und unter schwierigen Bedingungen sollte die Zahl der auszusäenden Körner um ca. 10% über der angestrebten Bestandesdichte liegen. Durch die Abdrehprobe und Feldkontrolle sollte unbedingt die Anzahl bzw. der Abstand der abgelegten Körner überprüft werden.

 

7. Kontrolle der Aussaatstärke und der Bestandesdichte

Aussaatstärke bzw. Bestandesdichte werden durch Auszählen der abgelegten Körner oder aufgelaufenen Pflanzen bestimmt. Die Aussaatstärke sollte bereits während der Aussaat kontrolliert werden, um etwaige Fehler sofort korrigieren zu können. Die tatsächliche Bestandesdichte kann erst nach dem Auflaufen der Pflanzen durch ein Auszählen der jungen Maispflanzen festgestellt werden. Für beide Kontrollen bieten sich zwei Methoden an.

 

Methode I:

  • Abgelegte Körner bzw. aufgelaufene Pflanzen in 10 zufällig ausgewählten Reihen an verschiedenen Stellen des Feldes zählen.
  • Zählstrecke je Reihe: 5 m
  • Mittelwert aus den 10 Zählungen errechnen. In der folgenden Tabelle die Aussaatstärke bzw. Bestandesdichte ablesen:

 

festgestellte Körner/
Pflanzen je 5 m Reihe
Bestandesdichte bei einer
Reihenweite von
  75 cm 70 cm 50 cm 37,5 cm
10       5,3
12       6,4
14     5,6 7,5
16     6,4 8,5
18     7,2 9,6
20   5,7 8 10,7
22 5,9 6,3 8,8 11,7
24 6,4 6,9 9,6 12,8
26 6,9 7,4 10,4  
28 7,5 8,0 11,2  
30 8,0 8,6 12  
32 8,5 9,1 12,8  
34 9,1 9,7    
36 9,6 10,3    
38 10,1 10,9    
40 10,7 11,4    
42 11,2 12,0    
44 11,7 12,6    
46 12,3      

(Quelle: eigene Darstellung)

 

Methode II: Schnellmethode

Bei dieser Methode wird die Zählstrecke auf 1,33 m verkürzt und der Mittelwert aus mindestens 5 Zählungen errechnet.

Dieser Mittelwert gibt die Anzahl der Körner bzw. Pflanzen/m² an. Bei einem Reihenabstand von 75 cm entspricht die Zahl der Körner bzw. der Pflanzen auf 1,33 m in der Reihe der Anzahl der Körner bzw. Pflanzen/m² (0,75 cm x 1,33 m = 1 m²).

Allerdings birgt diese Methode eine gewisse Ungenauigkeit in sich, da sich ein Rundungsfehler einschleicht. Das Ergebnis stellt aber einen sehr guten, schnell ermittelbaren Anhaltswert dar.

 

 

 

ABE

Saatzeit:

  • warme, gut abgetrocknete, tragfähige Böden
  • Bodentemperatur 8 – 10°C
  • in normalen Jahren ab Anfang April bis Mitte Mai

 

Auswirkungen einer frühen Aussaat bzw. bei kalter Witterung / kaltem Boden:

  • verlangsamte Keimung
  • langsamer Aufgang
  • Schwächung des Keimlings
  • Reduzierung des Beizschutzes
  • verlangsamtes Wurzelwachstum
  • verringerte Nährstoffaufnahme

 

Auswirkung einer zu späten Aussaat:

  • warmer Boden: Rasche Keimung und Jugendentwicklung
  • Verlust von Vegetationszeit und Ertrag
  • Langtagseinfluss: Auf den Einfluss der längeren Tage reagiert der Mais mit einem verstärkten Längenwachstum und einem dadurch bedingten höheren Kolbenansatz. Das gesteigerte Längenwachstum bedeutet jedoch keine Erhöhung der Trockenmasseerträge sondern vergrößert die Gefahr von Lager.
 

 
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