KWS
   
 

Bestandesführung

1. Düngung

Mais hat aufgrund seiner langsamen Jugendentwicklung einen spät einsetzenden Nährstoffbedarf, der Gesamtentzug ist jedoch beträchtlich. Da in Abhängigkeit von den standortspezifischen Gegebenheiten die Ertragserwartung recht unterschiedlich ausfallen, zeigen auch die erforderlichen Düngermengen einen relativ großen Streubereich.

 

Nährstoffentzüge

(kg/ha je 10 dt Körnermais 86 % TS bzw. 100 dt Silomais Frischmasse)

 

  Silomais (28 % TS)

Körnermais (86 % TS)

Nährstoff je 100 dt Frischmasse Körner (10 dt) Stroh (10 dt)
Stickstoff (N) 30 – 40 12 - 16 5 - 9
Phosphat (P2O5) 15 -25 6 - 11 5 - 7
Kalium (K2O) 35 – 50 4 - 6 15 - 25
Magnesium (MgO) 7 – 13 2 - 3 2 - 4
Kalk (CaO) 10 – 18 2 - 3 5 - 7
Schwefel (S) 3 – 5    

nach Früchtenicht et al., 1993

 

Empfohlene Düngung

 

Art Menge
(kg/ha)
Ausbringzeitpunkt

Stickstoffdüngung

140 - 200 vor der Saat, Unterfuß, vor oder nach dem Auflaufen
Phosphatdüngung 80 - 110 Unterfuß
Kaliumdüngung 200 - 250 vor der Saat (Frühjahr, Herbst)
Schwefel 30 – 40 vor der Saat, Unterfuß, vor oder nach dem Auflaufen
Magnesium 40 - 70 vor der Saat, Unterfuß, vor oder nach dem Auflaufen

 

2. Beizschutz

Um einen möglichst hohen Feldaufgang zu erreichen, steht eine Reihe von Beizmitteln zur Verfügung. Je nach Wirkstoff schützen diese das Korn und die junge Maispflanze vor Vogelfraß, Insekten oder Pilzbefall.

Schematische Darstellung des Wirkungsmechanismus einer Beize (vereinfacht)

(Quelle: Bayer Crop Science, abgeändert)

 

Maxim bzw. TMTD gelten als Standardbeize (Ausnahme ökologischer Landbau).

Besteht der Bedarf einer zusätzlichen Beize, muss dies beim Kauf angefordert werden. Lediglich Mesurol ist für den Landwirt im Markt frei erhältlich. Die Beizung kann in diesem Fall selbst ausgeführt werden (1 l Mesurol flüssig/100 kg Saatgut).

Allerdings kann durch die einfachen, hofeigenen Beizgeräte (z.B. Betonmischer) die notwendige gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffes selten erreicht werden. Nicht selten kommt es zum Verkleben der Körner. Die Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Gesundheit sind unbedingt zu beachten. Zusätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass durch eine Hofbeizung der Garantieanspruch verfällt.

Sonido ersetzt das bislang auf dem Markt befindliche Poncho. Das Wirkungsspektrum wurde erweitert (Bekämpfung von Drahtwurm, Fritfliege, Erdraupen, Zikaden und Blattläuse) und weist eine noch höhere Wirkungssicherheit auf. Die Gefahr eines Drahtwurmbefalls ist vor allem bei Wiesen- und Grünlandumbrüchen innerhalb 4 Jahre nach dem Umbruch sehr groß. Der Einsatz von Poncho ist hier unbedingt anzuraten.

In folgender Liste finden Sie eine Aufstellung der derzeit zugelassenen Beizmittel in Mais:

 

Beizmittel (Stand 8. März 2007)

Präparat Wirkstoff Wirkungsspektrum
Cruiser 350 FS Thiamethoxam Drahtwurm, Fritfliege
Mesurol flüssig Methiocarb Fritfliege, Fasan, Taube, Krähe
Poncho Clothianidin Drahtwurm, Fritfliege, Blattläuse
Poncho Pro Clothianidin Drahtwurm, Fritfliege, Blattläuse, Maiswurzelbohrer
Maxim Fludioxonil + Metalaxyl-M Fungizid
TMTD Thiram Fungizid

(Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit)

 

3.  Herbizideinsatz

Mais ist in seiner Jugendentwicklung besonders empfindlich gegenüber Unkrautkonkurrenz. Unkräuter und Ungräser konkurrieren mit Mais um Wasser, Nährstoffe und Licht. Die Herbizidmaßnahmen müssen auf eine Beseitigung bzw. Unterdrückung der Unkräuter bis zum Reihenschluss des Maises ausgerichtet sein.

Die zur Zeit zur Verfügung stehende breite Produktpalette an Herbiziden kann individuell an die Unkrautflora, die Bodenart und die Witterung angepasst werden. Zur Auswahl stehen Herbizide die im Vorauflauf oder im Nachauflauf eingesetzt werden können. Vorauflauf Behandlungen sind nur bei ausreichender Bodenfeuchte zu empfehlen, keineswegs auf sorptionsstarken Böden oder Moorböden. Bei Herbiziden für den Nachauflauf wird zwischen Blattaktiven-, Bodenaktiven- und Kombipräparaten unterschieden.

 

Blattaktive Substanzen spielen ihre Vorteile vor allem in der raschen und guten Wirkung gegen aufgelaufene Unkräuter und auf trockenen und humusreichen Böden aus. Unkräuter, die nach der Applikation auflaufen, werden jedoch nicht erfasst.

 

Folgende Punkte müssen beim Einsatz von Blattherbiziden (mit den Wirkstoffen: Bromoxynil, Bentazon, Prosulforon, Rimsulfuron, Nicosulfuron, Foramsulfuron, Sulcotrione, Mesotrione, Topramezone) berücksichtigt werden:

  • nicht bei großen Temperaturschwankungen anwenden
  • nicht bei starker Sonneneinstrahlung (in den Abendstunden spritzen)
  • nicht in stressgeschwächten Maisbeständen einsetzen
  • auf ausreichende Wachsschicht auf den Maisblättern achten
  • empfohlenen Anwendungszeitraum nicht überschreiten

 

Achtung beim Einsatz von Sulfonylharnstoffen:

  • auf die Sortenverträglichkeit achten
  • Stress für die Maispflanze vermeiden: Hierzu zählen v.a. starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Sehr kühle oder sehr heiße Witterung nach der Applikation.

 

Bodenherbizide werden zu einem frühen Zeitpunkt appliziert. Eingesetzt auf feuchten Mineralböden, zeigen diese eine deutliche Dauerwirkung gegen Unkräuter. Bei bodenwirksamen Herbiziden (mit den Wirkstoffen: Terbuthylazin, Metolachlor, Pendimethalin, Flufenacet, Isoxaflutol, Metosulam, Dimethenamid) ist zu beachten:

  • nur bei ausreichender Bodenfeuchte wirksam
  • auf gut abgesetztes Saatbett achten
  • Bodenart und Humusgehalt können die Wirkung beeinflussen

Starke Altverunkrautung bei Mulchsaaten sollte möglichst vor der Saat durch den Einsatz nicht-selektiver Mittel auf Glyphosat-Basis (z.B. Roundup, Touchdown, Clinic) beseitigt werden. Für eine sichere Wirkung der Glyphosate muss vor der Saatbettbereitung die erforderliche Einwirkzeit (abhängig von Mittel und Größe der Unkräuter) gewährt werden.

Beim Einsatz der Herbizide ist auf den Einsatzzeitpunkt, die Abstandsauflagen zum Schutz von Gewässern/Nicht-Zielflächen sowie auf die Einsatzbedingungen zu achten. Eine unsachgemäße Anwendung von Herbiziden kann eine direkte Schädigung der Maispflanzen (Aufhellungen, Verdrehungen etc.) als auch nicht direkt erkennbare Schäden hervorrufen.

 

4. Einsatz von Insektiziden

Mais ist in seiner Jugendentwicklung besonders empfindlich gegenüber Unkrautkonkurrenz. Unkräuter und Ungräser konkurrieren mit Mais um Wasser, Nährstoffe und Licht. Die Herbizidmaßnahmen müssen auf eine Beseitigung bzw. Unterdrückung der Unkräuter bis zum Reihenschluss des Maises ausgerichtet sein.

Anders als bei den Kulturen Getreide, Raps oder Leguminosen, bei denen individuell auf das Auftreten von Schädlingen mit einer Vielzahl von Insektiziden reagiert werden kann, ist sowohl die Anzahl der zugelassenen Insektizide bei Mais sehr gering als auch die Applizierung mit Problemen verbunden. Zudem sind gegen den Drahtwurm nur Beizmittel zugelassen. Aus diesen Gründen kommt dem Einsatz von insektiziden Beizen zum Schutz des Mais in der Keimphase und Jugendentwicklung eine besondere Bedeutung zu.

Insektizide Beizen zur Bekämpfung von Maisschädlingen

(Stand 8. März 2008)

 

Präparat / insektizide Beize Wirkstoff Wirkungsspektrum
Cruiser 350 FS Thiamethoxam Drahtwurm, Fritfliege,Wurzelbohrer
Mesurol Methiocarb Fritfliege, Vögel
Poncho Clothianidin Drahtwurm, Fritfliege, Wurzelbohrer

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

 

Der Einsatz von Insektiziden spielt aufgrund des in der Regel niedrigen Schädlingsdruckes und des Einsatzes geeigneter Beizen eine untergeordnete Rolle. Der Maiszünsler verursacht aber in einigen Regionen derart große Schäden, dass dieser bekämpft werden muss. Der Einsatz von Insektiziden bietet eine Möglichkeit der Bekämpfung. Aufgrund des späten Auftretens im Laufe der Vegetation müssen Spezialgeräte verwendet werden, um die Bestände nicht zu schädigen.

 

Insektizide zur Bekämpfung von Maisschädlingen

(Stand 8. März 2008)

Präparat / Insektizide Wirkstoff Wirkungsspektrum
Dipel ES Bacillus thuringiensis Maiszünsler
Karate Zeon Lambda-Cyhalothrin Fritfliege, Erdraupe
Steward Indoxacarb Maiszünsler
Trafo WG Lambda-Cyhalothrin Fritfliege, Erdraupe

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

 

 

 

 

 
KWS