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optimaler Erntezeitpunkt

Den optimalen Erntezeitpunkt im Feld bestimmen

Die trockene Witterung der letzten Wochen und Monate führt dazu, dass sich die Maisbestände in vielen Regionen Österreichs sehr unterschiedlich präsentieren. Die Niederschläge in der letzten Woche haben in einigen Regionen dazu geführt, dass sich diese Bestände wieder erholt haben: noch grüne Restpflanzen haben sich mit Wasser vollgesogen und bilden neue Assimilate. Es wird wieder Stärke eingelagert, welche die Qualität des Silomaises weiterhin verbessert.

Auf einigen Standorten kamen die Niederschläge jedoch zu spät. Die Blattetagen auf Höhe des Kolbens waren bereits eingetrocknet. Diese Bestände werden keine Stärke mehr einlagern und sollten möglichst zeitnah geerntet werden.

Bild: Sehr weit abgereifter Bestand, welcher auch vor der optimalen Kornausreife geerntet werden sollte!

Sowohl aufgrund von Ertragserwartungen, als auch aus siliertechnischen Gründen liegt der optimale TS-Gehalt für Maissilage je nach Sortentyp zwischen 30 und max. 36% Trockensubstanz. Die Bestimmung des optimalen Zeitpunktes ist demnach für den ökonomischen Erfolg im Betrieb enorm wichtig, denn ein optimaler Erntezeitpunkt kann in einem normal entwickelten Bestand bis zu 10% Mehrertrag bringen.

Im viehhaltenden Betrieb sind besonders Sorten mit einer harmonischen Abreife, bzw. leichtem Stay green Verhalten zu bevorzugen, da ein optimal ausgereiftes Korn in Kombination mit einer vitalen, noch grünen Restpflanze  zu einer guten Akzeptanz und Verdaulichkeit dieser Maissilage führt.

Tabelle 1: TS-Gehalt (%) im Siliergut (Mais-Ganzpflanzen) bei einem Kolben-TS-Gehalt von 55% in Abhängigkeit von der Abreife der Restpflanze und von Kolbenanteil
(Quelle: Weißbach und Auerbach 1999)

 

Wie bestimme ich den richtigen Erntezeitpunkt in meinem Bestand?

Kolben:

Zunächst sollte die Abreife des Kolbens ermittelt werden, denn dieser macht etwa 50% des Gesamtertrages aus. Der optimale Zeitpunkt ist in der Teigreife bei einem TS-Gehalt im Korn von ca. 50 – 57%. Brechen Sie den Kolben in der Mitte durch, um die Körner zu beurteilen und von der Spindel abzutrennen. Wenn das Korn  nur noch durch einen starken Druck zwischen den Fingerspitzen verformbar ist und  nur noch ein sehr geringer Saftaustritt aus dem Korn erfolgt, dann ist im Korn der optimale Siloreifezeitpunkt erreicht (siehe Tabelle 2).  

Tabelle 2: Die Reifestadien des Maiskorns und deren physiologische Ausprägung
(Quelle: Schuppenies 1993)

Untersuchungen belegen, dass nach der Teigreife keine hohen Stärkezuwächse mehr erzielt werden. Sollten Ihre Bestände das Stadium der Gelb- oder Vollreife erreichen, dann achten Sie hierbei auf eine besonders gute Körnerzerkleinerung.

Restpflanze:

Den TS-Gehalt in der Restpflanze können Sie klassisch über das Knicken und Verdrehen/Auswringen des mittleren Stängelabschnittes ermitteln. Dabei sind die Ergebnisse wie folgt zu interpretieren:

  • Starker Saftfluss = ca. 18% TS
  • Starkes Schäumen = ca. 21% TS
  • Schwache Schaumbildung = ca. 27% TS

Abhängig von Kolbenanteil und –abreife liegt der optimale TS-Gehalt in der Restpflanze zwischen 22 und 26% (siehe Tabelle 1).

Die Bestimmung des TM-Gehaltes in der Gesamtpflanze mit der Mikrowelle ist ebenfalls möglich. Das Material sollte hierfür aber gehäckselt werden.

Werden  bei der TM-Bestimmung TM-Gehalte > 35% erreicht, achten Sie bitte auf eine kürzere Häcksellänge (5– 8 mm) bei der Ernte, um eine optimale Verdichtung des Siliergutes sicherzustellen.

Wenn Sie Fragen zum richtigen Erntetermin Ihrer Silomaisbestände haben, steht Ihnen Ihr KWS Berater gern zur Verfügung.

Christine Schmidt, KWS Fachberatung Mais/Sorghum Schwerpunkt Tierernährung
 

Für Rückfragen:

E-Mail: christine.schmidt@kws.com

 

 

 

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