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Kälteeinbruch Mai 2019

Die teilweise sehr warmen Temperaturen im vergangenen April haben den Boden erwärmt. Viele, die bereits ihren Mais gesät haben, konnten dies bei passenden Bodentemperaturen tun. 
Nun hat am Wochenende zum Maibeginn die Witterung nochmals umgeschlagen und die Temperaturen sind stark gefallen. 

Für bereits gesäte Maisbestände stellen sich folgende Fragen: 

 

Welche Auswirkungen gibt es auf noch nicht aufgelaufene Maisbestände?

Durch die warme Witterung im April haben sich die Böden stark erwärmt. Mit einsetzender Kälteperiode im Mai kann die Bodentemperatur höher als die Temperatur an der Oberfläche ausfallen. Da der Keimling immer der Wärme entgegenwächst, kann es dazu kommen, dass der Keimling nicht mehr nach oben wächst. Stattdessen windet und verdreht sich der Keimling im Boden oder wächst sogar nach unten. Steigt wieder die Lufttemperatur, orientiert sich der Keimling auch wieder nach oben. 
Da der Mais von der Keimung bis zum Auflaufen auf die Reserven aus dem Maiskorn zurückgreift, reduziert sich durch das atypische Wachstum die Triebkraft. Sollte die kühle Witterung länger andauern, kann dies zu schlechten Feldaufgängen führen. Betroffene Flächen sollten daher genau beobachtet werden.

Wie reagiert bereits aufgelaufener Mais?

Der bereits aufgelaufene Keimling ist frosthart bis ca. -3 °C. Wichtig ist, dass sich der Vegetationskegel noch im Boden befindet. Das ist bis ca. zum 4-Blatt-Stadium der Fall. Bis zu diesem Stadium stoppen kühle Temperaturen und Frost das Wachstum. Die Maisblätter verfärben sich gelb. Bleibende Schäden sind aber nicht zu erwarten, da der Vegetationskegel im Boden geschützt ist. Bei einsetzender warmer Witterung verwachsen sich die Symptome wieder. Da die Temperaturen ab Mitte der Woche wieder steigen sollen, sind hier voraussichtlich keine großen Schäden zu erwarten.

Soll die Maisaussaat unterbrochen werden?

Bei Bodentemperaturen unter 8°C ist keine Keimung der Maispflanzen zu erwarten. Wird diese Temperatur tatsächlich nachhaltig unterschritten, ist es sinnvoll mit der Aussaat zu warten. Wenn das Saatgut lange untätig im Boden liegt, baut sich der Beizschutz ab und die Anfälligkeit gegen Auflaufkrankheiten steigt. Hier sollte sehr individuell in Abhängigkeit von den Bedingungen vor Ort entschieden werden: Sinkt die Bodentemperatur tatsächlich unter 8°C? Wie lange und deutlich fällt die Kältephase aus?

Kurze Kältephasen über wenige Tage stellen hier in der Regel kein Problem dar. Wichtig ist eine anschließend zügige Bodenerwärmung für ein gutes Auflaufen der frisch gesäten Bestände.

 

 Was gibt es beim Einsatz von Herbiziden zu beachten?

Kälte ist ein Stressfaktor für die jungen Maispflanzen. Herbizide mit blattaktiven Wirkstoffen wie z. B. Sulfonylharnstoffe können die jungen Maispflanzen bei Kältestress zusätzlich schädigen und sollten daher unter diesen Bedingungen vermieden werden. Bei Herbiziden, die vor allem über den Boden wirken, ist das Risiko einer Schädigung der Maispflanzen sehr gering.

Warten Sie beim Einsatz von Blattherbiziden auf steigende Temperaturen, um einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen. Diese werden ab Mitte bis Ende der Woche prognostiziert. Dadurch reduzieren Sie das Risiko einer Schädigung der jungen Maispflanzen deutlich. Bodenherbizide können auch bei kühler Witterung appliziert werden
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